Montag, 19. August 2013

A-Rigg 2013

Irgendwie hab ich doch ganz vergessen was über mein 'neues' A-Rigg zu schreiben .. jetzt fahr ich das Ding schon seit fast 3 Monaten. Ist also nicht mehr ganz so neu.
Das Rigg ist im wesentlichen so gebaut wie immer ...
Babybaum mit Druckstange
Swingbaum (CFK-3mmAirex Sandwich), Babybaum (CFK-2mmAirex Sandwich) mit Druckstange, Mast (6mm Exel, Skyshark 5PT, 5mm Exel) und oben den CFK-Achterstagausleger. Alles nichts besonderes mehr .. bau ich schon lange so.

Nun gab es die letzten Tage einige Fragen zu meiner 'komischen' Fockbaum-Konstruktion :-) .. deswegen schauen wir uns die Fockaufhängung mal etwas genauer an.

Die Idee mit dieser Druckstange ist natürlich nicht von mir. Das hab ich vor ein paar Jahren mal irgendwo gesehen .. und mich nicht weiter darum gekümmert, da ich zu dieser Zeit noch ausschliesslich mit Standard-Rigg auf meiner Noob unterwegs war. Ich hatte also nicht die Möglichkeit das umzusetzen, erst letztes Jahr -inzwischen auch Swing-Rigg segler- ist mir die Sache wieder eingefallen und ich machte mir ein paar Gedanken wie ich das am besten umsetzen kann.
Das tolle an dieser Konstruktion ist meiner Meinung nach das die Fock völlig spannungsfrei aufgehängt ist. Es gibt einfach keine Pendelschnur die unter Spannung steht. Ausserdem ist das ganze absolut Wartungsfrei (keine Kugellager verbaut) und trotzdem leichtgängig.
Der Babybaum besteht aus einem 2mm Airex-Kern der mit CFK beschichtet ist. Hinten ist gleich die 2mm Steckung für die Druckstange mit einlaminiert. Die Druckstange besteht aus einem handelsüblichen 2mm CFK-Rohr.
Das vordere Baumlager besteht aus einem einfachen Kugelschnapper wie man sie von der Ruderanlenkung her kennt. ---> Z.B. den hier
Der Witz dabei ist das Teil leichtgängig zu machen. Die Kugeln haben normalerweise immer etwas Übermass und werden in den Schapper eingepresst um eine spielfreie Anlenkung zu erreichen. Nun muss es bei uns nicht unbedingt spielfrei sein (ein paar zehntel spiel stört uns nicht) aber es muss leichtgängig sein. Deswegen verwende ich nur Kugelschnapper mit MS-Kugelbolzen. Die Kugel lässt sich auf der Drehmaschine (zur Not tut's auch ne Bohrmaschine) leicht mit einer Feile bearbeiten. Es reicht hier in der Regel ein paar zehntel mm runter zu feilen und die Kugel dreht sich sehr leicht und ist trotzdem vor dem herausrutschen gesichert.
Den Kugelschnapper (Kunststoffteil) klebe ich nun stehend in den Swingbaum. Das Airex an der Stelle ausfräsen und den Schnapper beidseitig der Gewindebohrung flach feilen bis er reinpasst. Iss ne mist Arbeit .. weil alles so klein ist. Am besten geht das (find ich) wenn man den Schnapper auf ein 2mm Rudergestänge aufschraubt und dann das Material beidseitig mit einem scharfen Messer wegschnitzt. Aber vorsicht .. hinterher die Finger nachzählen ;-)
Zu beachten ist bei dieser Montage das der Baum nun nur einen begrenzten Winkel auf gehen kann. Weil der Kugelbolzen am Rand des Schnappers angeht. Bei mir hat es bisher immer gereicht und mir gefällt die Lösung so sehr gut. Wer mehr Weg (Öffnungswinkel) benötigt muss es halt andersrum machen .. also Den Kugelbolzen in den Swingbaum und den Schapper vorn an den Babybam.
Babybaum mit Druckstange - Lagerung oben & unten
Die obere Lagerung der Druckstange mach ich inzwischen einfach mit einer 1mm Bohrung in den (gewickelten) Mast. Da wird ein 0,8mm Draht Z-Förmig (wie man es vom Servogestänge her kennt) gebogen und in die Bohrung eingefädelt. Das gerade Ende wir dann in das 2mm CFK-Rohr eingeklebt. Die Druckstange wird nun in die hintere Bohrung unseres Baumes eingestekt und fertig ist das ganze. Nach dem anschlagen der Fock wird alles grob getrimmt und dann die Druckstange mit je einem tropfen Sekundi oben&unten am Baumende gesichert.
Ja ich weiss .. das hört sich alles etwas 'filigran' an. Aber bisher ist mir da wirklich noch nie etwas kaputt gegangen und ich fahre exakt die selbe Mimik auf einem B-Rigg und das musst schon ganz schön was aushalten.
Wichtig ist bei der ganzen Geschichte noch das man die Druckstange nicht zu kurz macht! Dazu muss man sich vorstellen wie sich der Baum bewegt .. Das Baumende macht nicht nur eine Drehbewegung um das vordere Lager sondern auch ein auf/ab Bewegung um den Drehpunkt der Druckstange. Diese auf/ab Bewegung fällt um so geringer aus je länger die Druckstange (Radius dieser Kreisbahn) ist!
Dem wird man zunächst keine Beachtung schenken (zumindest habe ich es bei den ersten Trimmversuchen nicht getan :-) .. um es kurz zu machen .. man darf das Achterlik der Fock nicht zu dicht trimmen weil sonst die Länge nicht reicht um den Baum auf die andere Seite zu bekommen. Nun fährt man in der Fock ja zumeist auch etwas Twist und bei einer Druckstange von ca. 30cm Länge passt das schon. Man muss aber auch beim Trimmen am Wasser aufpassen .. zieht man das Achterlik zu dicht bleibt die Fock schön in der Mitte stehen und bewegt sich nur noch mit ensprechendem Druck auf die andere Seite. So ist mir das bei der letzten Adventsregatta in Berlin passiert .. es war wenig Wind und das Boot läuft auf der Kreuz ganz besch..eiden wenn die Fock in der Mitte festhängt :-)
Das als Warnung .. ist aber auch der einzige Nachteil der mir bisher aufgefallen ist.
Den Segelschnitt dieses A-Riggs und auch den des 2013er B-Riggs habe ich wieder unter Downloads als PDF hinterlegt.

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